Sofortbild

Das Sofortbild entsteht von jetzt auf gleich. Direkt nach dem Druck auf den Auslöser wird ein Papierfilm entwickelt, fixiert und – drsssssssst – ausgeworfen. Ganz einfach, ganz schnell und zum sofort in der Hand halten oder hin und her wedeln, auch wenn es immer wieder heißt, dass das nichts bringt.

Und da ist es: das Sofortbild. So schön, meist in milden Farben und mit zartem Schleier, der alles ein bisschen weich zeichnet und den Punkt an dem das Bild sich fix und fertig vor Augen steht, sich nicht ganz eindeutig ausmachen lässt.

Was lieben wir am Sofortbild, dessen Qualität, was die Abbild-Präzision betrifft, je nach Standpunkt fragwürdig oder etwas ganz Besonderes ist? Was macht den Reiz aus, in Zeiten, in denen es zum Alltagsgeschäft gehört, dass Bilder unmittelbar nach der Sekunde ihres Entstehens auf dem Display des Handys sichtbar sind? – Ganz bestimmt ist es die gute alte Zeit, die sich darin zeigt, der Retrolook, der uns gerade so gefällt. Nicht zuletzt deswegen gibt es die „Sofortbild-App“, die das Handyfoto weiß rahmt und ins rechte Polaroid-Licht rückt. Doch übertrifft das tatsächliche Sofortbild die per App-Filter bearbeiteten bei Weitem.

Vielleicht liegt es daran, dass diese Papierbilder, wie sie die Kamera ausspuckt, einzigartig sind. Es gibt kein Negativ, keinen Datensatz, es gibt nur dieses eine zweifelsfreie, handfeste Original, das von einem Augenblick voller Partylaune zeugt. Einmalig schön – und genauso war es. Nichts anderes zeigt das Bild, als einzigartiges Überbleibsel. Bleibt nur die Frage: Wer darf es mit nach Hause nehmen?