Fotografie / Die Magie des großen Formats

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Digitalfotografie hat viele Stärken: Sie ist preiswert, praktisch, zuverlässig – und durch ihre Omnipräsenz – oft austauschbar. Manchmal wollen wir daher genau das Gegenteil: Fotografie, die etwas ganz Besonderes ist.

Auch wenn das analoge Bild inzwischen weit teurer und in seiner Herstellung fraglos unpraktischer ist, besticht der traditionell belichtete Abzug durch seinen einzigartigen Charakter. Zu speziellen Zwecken setzt das Themenbüro unter anderem eine analoge 8 x 10 Tachihara-Großformatkamera ein.

Schachspiel im Bethmannpark, Frankfurt.  Tachihara 8x10.
Schachspiel im Bethmannpark,
Frankfurt.
Tachihara 8×10.

Der Kampf um Einzigartigkeit

Fotografen, die mit ihrer Profession Geld verdienen müssen, kann das Herz in die Hose rutschen, wenn sie Webseiten wie Flickr, 500px oder instagram besuchen: Nichts, was noch nicht in bester Qualität abgelichtet wurde, kein ästhetischer Verfremdungsstil, der nicht schon als kommerzielles Plug-in erhältlich wäre. Bei vielen keimt die Frage auf: Welchen Wert hat ein Foto da noch, wo es in der Bilderflut unter zu gehen droht? Wie kann visuelle Einzigartigkeit entstehen? Lohnt es sich noch, Geld und Mühe in ein gutes Foto zu investieren?

Das Themenbüro bejaht diese Fragen vehement: Jeder Mensch und jeder Moment ist einzigartig – die Kunst liegt darin, durch die Wahl der richtigen Werkzeuge Bilder zu schaffen, die Charisma ausstrahlen und eine spannende Geschichte erzählen. Nicht immer, aber manchmal liegt der Schlüssel zu dieser Ausstrahlung darin, die Vorzüge der automatischen Digitalfotografie aufzugeben und freiwillig analoge oder manuelle Techniken wie Polaroid oder Mittelformatkameras zu wählen. Die Nachteile dieser Techniken liegen auf der Hand – sie sind langsam, störrisch, teurer und weniger zuverlässig – dafür haben die Bilder oft eine sehr eigene Ausstrahlung.

Vom Großformat zum Mega-Format:
Ein Lieferwagen als Kamera Obscura

Der US-amerikanische Fotograf Ian Ruhter treibt diese Renaissance des Analogen auf die Spitze: Ursprünglich aus der Skater- und Snowboard-Actionfotografie kommend, geriet Ian Ruhter irgendwann in eine kreative Sackgasse, bis er für sich die Technik der Kollodium-Nassplatte von 1850 entdeckte, bei dem große, mit Silbernitrat beschichtete Glas- oder Eisenblechplatten belichtet und anschließend chemisch entwickelt und fixiert werden. Mit einem Lieferwagen, den Ruhter zu einer mobilen Kamera Obscura umgebaut hat, fährt er seitdem durch Nordamerika und produziert Fotografien von großer Magie und Einzigartigkeit.

Analoge Fotografie im Themenbüro

Zugegeben: Die meisten Bilder entstehen auch bei uns digital – mit Kameras von Canon oder Fujifilm. Doch hin und wieder fotografieren wir ganz bewusst analog – zum Beispiel im Großformat 8×10 mit einer Tachihara. Die hat es uns besonders angetan – ein altmodisches Meisterwerk aus japanischem Kirschholz. Insbesondere nutzen wir sie, um Projekte in eigener Sache zu dokumentieren oder einzigartige Erinnerungsbilder mit unseren Kunden aufzunehmen. Jedes Mal wenn sie zum Einsatz kommt, wird uns bewusst, wie viel Sorgfalt man für ein einzelnes Bild aufbringen kann. Wenn die entwickelten Filme aus dem Labor kommen, ist es immer wieder spannend zu sehen, was aus den Bildern geworden sind. Am Ende ist man stolz, mit viel Liebe und Aufwand ein einzigartiges Bild produziert zu haben – und im selben Augenblick auch froh, dass es für den Berufsalltag die digitale Technik gibt.

Analoges Großformat-Schach, Bethmannpark.
Analoges Großformat-Schach,
Bethmannpark.