Die Fotografie wird auch immer jünger

Heute feiert die Fotografie ihren 175. Geburtstag und sie ist bunter, schneller, digitaler denn je.

Genau vor 175 Jahren, am 19. August 1839, wurde das britische Patent No. 8194 veröffentlicht. Darin ist eine Erfindung beschrieben, deren Entwicklung man sich kaum weitreichender, erhellender und farbenfroher hätte ausmalen können: „An invention of a new or improved method of obtaining the spontaneous reproduction of all the images receive in the focus of the camera obscura.“ Die Fotografie war geboren.

Haargenau zeigten diese frühen kameraerzeugten Abbilder alles, was der Linse im entscheidenden Moment gegenüberstand, auf einer hochglänzend polierten Silberplatte. Jedes ein Unikat. Die in den Anfängen 15-minütige Belichtungszeit brachte ein einziges Positiv-Bild hervor, das sich nicht ohne Weiteres reproduzieren ließ.

Was damals im doppelten Sinn das Licht der Welt erblickte, ist inzwischen zum festen Bestandteil unseres Lebens geworden: Die ganz besonderen ebenso wie die ganz und gar alltäglichen Augenblicke halten wir fotografisch fest – ob analog oder digital, schwarz-weiß oder in Farbe, per Fotoapparat oder Handykamera.

Die Fotografie hat unsere Bildwelt auf den Kopf gestellt. Nach und nach, aber gründlich. Aus den Unikat-Bildern sind irgendwann Filmrollen mit 36 Negativen geworden und mittlerweile Speicher-Chips mit unglaublichen Bilddatenmengen. Dabei ist die Fotografie immer „demokratischer“ geworden: Jedem von uns kommt es selbstverständlich vor, mal auf der einen, mal auf der anderen Seite der Kamera zu stehen. Jeder kann sich in Pose werfen und nichts scheint simpler als auf den Auslöseknopf zu drücken. Wie von alleine hat man ein Bild „gemacht“, das der Wirklichkeit faszinierend ähnlich sieht – jedes Mal ein kleiner Zauber, wenn ein Fotoapparat etwas vom Licht der Welt erblickt hat.

Wir gratulieren!